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Einlass: 18:30 / Beginn: 19:30
UNTER EIS
Unter Eis erzählt von Unternehmens-Consulting, Wirtschaftsberatern
und einer erkalteten Gesellschaft. Während zwei Beraterinnen
permanent auf der Suche nach neuen Strategien zu
Leistungsoptimierung und Effizienz sind, verliert sich der dritte und
älteste Kollege, Paul Niemand, in Kindheitserinnerungen,
Identitätsverlust und der Frage nach Sinn und Menschlichkeit. Dieses
Stück aus dem Jahr 2004 könnte aktueller und dringlicher kaum sein, in
Zeiten von sich anbahnenden, veränderten Arbeitsstrukturen ausgelöst
durch KI. Nicht zu sprechen von den drängenden Reformen, die dieses
Land braucht.
„Alles liegt unter Eis, nichts bewegt sich, alles steht still“ – so lässt
Falk Richter Paul Niemand unsere Gesellschaft beschreiben und generiert
etwa aus der nachvollziehbaren Kritik einer Beraterin an „einer
vollkommen überdrehten Mediendemokratie“ die totalitäre Vision von
„einer anderen Welt“. Nahezu unbemerkt wird die linkspolitisch besetzte
Antiglobalisierungsparole „eine andere Welt ist möglich“ Teil eines
radikalen Sprachsystems. Andernorts – in einem Monolog der 2.
Beraterin – hinterfragt Richter die allzu vertraute Frage nach dem
Umgang und Verständnis von Kultur in der Gesellschaft. Und legt offen,
dass die radikale und zunächst fremd wirkende Beraterfrage nach
Effizienz und Wirtschaftlichkeit längst Teil der kulturpolitischen
Diskussion geworden ist.
Richter jongliert in diesem Text mit der Ideologie, den Klischees und der
anonymen, seelenlosen Sprache der Beraterbranche. Er verweist auf
die Schwachstellen und Funktionslücken einer kapitalistisch orientierten
und auf wirtschaftliche Effizienz ausgerichteten Gesellschaft und erstellt
die finstere Vision einer immer unmenschlicher werdenden Welt.

Aufführungsrechte: S. Fischer Theaterverlag.

Ein Aufführung im Rahmen der: Wochen zur Demokratie
UNTER EIS