Persönlichen Details
In das Geschichten erzählen und Gedankenwelten teilen wurde Judith Kuhnert hineingeboren, Bücher und Bühnen waren Teil ihrer Kindheit, die Waldorfschule brachte eine tiefe künstlerische Grundausbildung. Der Jugendclub des ulmer Theaters entfesselte Spielwut, am städtischen Kindertheater spielte sie erste Figuren, Hospitanzen und Assistenzen in verschiedenen Städten folgten.
Besonders prägend war eine ihrer ersten Regieassistenzen mit 16 Jahren, ein Großprojekt auf einem alten Industriegelände mit Schauspielern, Statisten, Vereinen und Menschen der Stadt, die es zu koordinieren galt und wo sich ihr die Dringlichkeit von klarer Kommunikation einbrannte.
Viele Festivalmitarbeiten, Assitenzen, Reiseleitungen, Brotjobs und Vorsprechrunden später fand sie sich auf der längsten Burg Europas gegenüber einem hochinteressanten, ungalublich inspirierendem, kleinen alten Herrn wieder, der ihr versprach, ihr endlich beizubringen, mit Messer und Gabel umzugehen, um dem inneren kreativen Wust Herr zu werden um ihn in mundgerechten Häppchen servieren zu können Vier intesive Jahre auf der Athanor Akademie zu Burghausen folgten, Struktur, Analysetechnikern, Schauspielführung, Dramaturgische Expertise verfestigten sich und es klappte: Abschluss in Theater – und Filmregie 2009 als erste Frau unter Herrn Prof. Dr. Dr. David Esrig immerhin!
Die Entscheidung, an welchem Haus im Rhein-Main gebiet sie in Festanastellung assistieren wollte, hing von den versprochenen eigenen Inszenierungen ab. Von 2010 – 2013 lernte Judith Kuhnert das flächenmäßig größte Dreispartenhaus Europas mit 600 Mitarbeitern als der Knotenpunkt Regieassistenz im Schauspiel zu bedienen. Große Produktionen, viele Beteiligte, viel Druck, wenig Zeit – Sie assistierte dort vornehmlich älteren Herren wie Herrmann Schein oder Peter Hailer.
Mit Kollegen aus verschiedenen Gewerken entwickelte sie das bis heute bestehende Format „Late night surpries“ eine spartenübergreifende Trash-Theater-Reihe mit anschließender Elektroparty. Die eigenen Inszenierungen am Haus wuchsen, gekrönt durch Lutz Hübners Komödie „Frau Müller muss weg“, die über vier Spielzeiten für ausverkauftes Haus sorgte und zu Inzenierungs - Verträgen an anderen Theatern führte.
Es folgten Jahre auf Reisen mit bis zu vier Inszenierungen pro Spielzeit, dank dem Schauspieldirektor Oliver Brunner in Darmstadt am „Mutterschiff“ begann die langjährige Zusammenarbeit mit der Hessischen Spielgemeinschaft, einem Laienspielverein der unter professionellen Bedingungen Inszenierungen in Mundart zeigt. Hier hatte Judith die Möglichkeit, mit einem vielköpfigen Team und großen Budgets auf der Terasse des Theaters Fleichlicht-Spektakel zu inszenieren, in der Zusammenarbeit mit dem Musikerpaar Silvia und Timo Willecke Singspiele zu entwickeln und durch die guten Ideen und weitsichtige Lenkung von Brunner ein
eigenes, sehr großes Zielpublikum anzuziehen.
Da die Arbeit mit Amateuren und Schauspielanfängern Judith liegen, baute sie ihr Netzwerk in diese Richtung auf, begann nach der Elternzeit mit der zweiten Tochter an der Akademie für darstellende Kunst in Ulm als Dozentin für Theatertheorie, Schauspielgrundlagen und Regie. Mit mittlerweile schulpflichtigen Töchtern arbeitet Judith derzeit schwerpunktmäßig im süddeutschen Raum mit Inszenierungen z.B. am Theater Kempten und Projekten im
Amateuertheater Bereich.
Verbindung zur Athanor Akademie
Judith Kuhnert ist Absolventin der Athanor Akademie und verbindet ihre dort erworbenen Kenntnisse mit langjähriger Praxis in Regie, Dramaturgie, Schauspielführung und Theatervermittlung.
• Vierjähriges Studium der Theater- und Filmregie an der Athanor Akademie in Burghausen
• Abschluss 2009 als erste Frau unter Prof. Dr. Dr. David Esrig
• Vertiefung von Struktur, Analysetechniken, Schauspielführung und dramaturgischem Denken
• Übertragung der Athanor-Ausbildung in die Arbeit an großen Stadt- und Dreispartenhäusern
• Verbindung von künstlerischer Vision, klarer Kommunikation und belastbaren Probenstrukturen
• Langjährige Erfahrung in der Arbeit mit professionellen Ensembles, Amateur:innen und Schauspielanfänger:innen
• Weitergabe ihrer Regie- und Theatererfahrung in Lehre, Theatertheorie und Schauspielgrundlagen
Berufliche Erfolge
| Jahr / Zeitraum | Meilenstein |
|---|---|
| Frühe Jahre | Künstlerische Grundausbildung an der Waldorfschule; erste Theatererfahrungen im Jugendclub und am Kindertheater des Ulmer Theaters |
| Jugendzeit | Frühe Regieassistenz bei einem Großprojekt auf einem Industriegelände mit Schauspieler:innen, Statist:innen, Vereinen und Stadtbevölkerung |
| 2005–2009 | Studium der Theater- und Filmregie an der Athanor Akademie für Darstellende Kunst, Burghausen |
| 2009 | Abschluss in Theater- und Filmregie an der Athanor Akademie |
| 2010–2013 | Regieassistenz und eigene Inszenierungen am Staatstheater Darmstadt |
| ab 2010 | Entwicklung des spartenübergreifenden Formats „Late Night Surprises“ mit anschließender Partyreihe |
| 2010er | Eigene Regiearbeiten an verschiedenen Stadt-, Landes- und Freien Theatern |
| 2010er | Beginn und Ausbau der Zusammenarbeit mit der Hessischen Spielgemeinschaft in Darmstadt |
| 2010er | Inszenierungen an Theatern in Paderborn, Münster, Coburg, Detmold, Osnabrück, Esslingen und weiteren Städten |
| Nach der Elternzeit | Lehrtätigkeit an der Akademie für darstellende Kunst Ulm für Theatertheorie, Schauspielgrundlagen und Regie |
| Gegenwart | Inszenierungen am Theater Kempten sowie Projekte im Amateurtheaterbereich im süddeutschen Raum |
Regiearbeiten & Inszenierungen
| Jahr / Zeitraum | Produktion | Ort / Institution | Funktion |
|---|---|---|---|
| 2026 | MIA von Nick Wood | Theater in Kempten | Inszenierung |
| 2026 | Sindbad der Seefahrer | Verein für Zirkuskünste Ulm / Altes Theater Ulm | Inszenierung |
| 2025 | Wouldn’t You Like to Be on Broadway | Theater in Kempten | Inszenierung |
| 2025 | Der fröhliche Weinberg von Carl Zuckmayer | Dramatischer Verein Biberach / Stadttheater | Inszenierung |
| 2025 | Genannt Gospodin von Philipp Löhle | Akademie für darstellende Kunst Ulm im Roxy | Inszenierung und Dramaturgie |
| 2025 | Pinocchio | Verein für Zirkuskünste Ulm / Altes Theater Ulm | Inszenierung, Hörspiel, Dramaturgie, Text und Beleuchtung |
| 2024 | Der Fuchs oder einfach Volpone von Stefan Zweig | Staatstheater Darmstadt / Hessische Spielgemeinschaft | Inszenierung |
| 2024 | Der Zauberer von Oz | Verein für Zirkuskünste Ulm / Altes Theater Ulm | Inszenierung, Dramaturgie, Text und Beleuchtung |
| 2023 | Wir lieben uns, wissen nichts von Moritz Rinke | Staatstheater Darmstadt / Ensemble | Inszenierung |
| 2023 | Love Is – Musical von Joe Krauss und Girard Rhoden | Akademie für darstellende Kunst Ulm | Produktionsleitung und Übernahme der Regie |
| 2022 | Arsen und Spitzenhäubchen | Staatstheater Darmstadt / Hessische Spielgemeinschaft | Inszenierung |
| 2022 | In 80 Tagen um die Welt | Verein für Zirkuskünste Ulm | Inszenierung, Text, Dramaturgie und Beleuchtung |
| 2021 | Der fröhliche Weinberg von Carl Zuckmayer | Staatstheater Darmstadt / Hessische Spielgemeinschaft | Inszenierung |
| 2021 | Der gestiefelte Kater von T. Freyer | Landestheater Detmold | Inszenierung |
| 2021 | Geschichten aus dem Wiener Wald von Ödön von Horváth | Theater Hof | Inszenierung |
| 2021 | Pension Schöller | Staatstheater Darmstadt / Hessische Spielgemeinschaft | Inszenierung |
| 2021 | Präsentation Seniorenspielclub / Corona-Beschäftigung | Württembergische Landesbühne Esslingen | Inszenierung |
| 2018 | Vom Fischer und seiner Frau | Theater Osnabrück / Spieltriebe 6 | Inszenierung |
| 2017 | Klassenkämpfe von Ruth Benrath | Landestheater Coburg | Inszenierung |
| 2016 | Nora oder ein Puppenhaus von Henrik Ibsen | Westfälische Kammerspiele Paderborn | Inszenierung |
| 2015 | Die 39 Stufen nach Alfred Hitchcock | Burgfestspiele Bad Vilbel | Inszenierung |
| 2015 | Die Wunderübung von Daniel Glattauer | Wolfgang Borchert Theater Münster | Inszenierung |
| 2014 | Endstation Sehnsucht von Tennessee Williams | Westfälische Kammerspiele Paderborn | Inszenierung |
| 2013 | Frau Müller muss weg von Lutz Hübner | Westfälische Kammerspiele Paderborn | Inszenierung |
| 2009 | Nach dem Regen von Sergi Belbel | Athanor Akademie | Abschlussinszenierung |
Lehre & Theaterpädagogik
| Zeitraum | Institution / Zielgruppe | Lehr- und Arbeitsbereiche |
|---|---|---|
| Nach der Elternzeit | Akademie für darstellende Kunst Ulm | Theatertheorie, Schauspielgrundlagen und Regie |
| Laufend | Amateurtheater und Schauspielanfänger:innen | Regie, Schauspielführung, Ensemblearbeit und Entwicklung von Spielmaterial |
| Laufend | Hessische Spielgemeinschaft | Inszenierung mit großen Ensembles, Mundarttheater und Arbeit unter professionellen Produktionsbedingungen |
| Gegenwart | Projekte im süddeutschen Raum | Regie, Dramaturgie, Theatervermittlung und Arbeit mit unterschiedlichen Spielniveaus |
Regieassistenzen, Hospitanzen & weitere Theaterpraxis
| Zeitraum / Jahr | Institution / Produktion | Funktion |
|---|---|---|
| 2005–2010 | Hospitanzen und Assistenzen an verschiedenen Theaterhäusern | Regie-, Bühnenbild- und Ausstattungshospitanz bzw. Assistenz |
| 2005–2010 | La Bohème, La Monnaie / De Munt, Brüssel | Regiehospitanz |
| 2005–2010 | Fette Männer im Rock, Theater Bremen | Regiehospitanz |
| 2005–2010 | Jugend ohne Gott, Theater Bonn | Bühnenbildassistenz |
| 2005–2010 | Das kleine Gespenst, Altes Theater Ulm | Schauspiel |
| 2005–2010 | Die kleine Hexe, Altes Theater Ulm | Schauspiel als Rabe Abraxas |
| 2005–2010 | Momo, Staatstheater Stuttgart | Ausstattungshospitanz |
| 2005–2010 | Ein Sommernachtstraum, Akademie für darstellende Kunst Ulm | Regieassistenz |
| 2005–2010 | Der Bus, Landestheater Salzburg | Regieassistenz |
| 2005–2010 | 4:48, Athanor Theater | Regieassistenz |
| 2005–2010 | The Turn of the Screw, Staatstheater Darmstadt | Regieassistenz im Opernbereich |
| 2002–2005 | Produktionsassistenzen im Tanztheater | Dock 11 Studios, Berlin |
Künstlerischer und pädagogischer Ansatz
| Prinzip | Bedeutung für die Arbeit |
|---|---|
| Struktur | Regie braucht einen klaren Rahmen, um effektiv zu proben, Überforderung zu vermeiden und kreative Prozesse zu ermöglichen. |
| Kommunikation | Klare und offene Kommunikation mit Team und Spieler:innen bildet die Grundlage für die Umsetzung einer künstlerischen Vision. |
| Prozessvertrauen | Vertrauen in den Probenprozess, in die eigene Perspektive und in die Entwicklung der Spieler:innen entsteht durch Erfahrung und bewusste Reflexion. |
| Schauspielführung | Regie bedeutet, Spieler:innen in ihrer Entwicklung zu begleiten und ihre individuellen Stärken sichtbar zu machen. |
| Dramaturgisches Denken | Analyse und Dramaturgie helfen dabei, Stoffe zu strukturieren und in spielbare, verständliche Formen zu überführen. |
| Nachhaltiges Arbeiten | Eine realistische Planung schützt vor zu frühen Krisen, Überforderung und dem Verlust der eigenen künstlerischen Stimme. |
| Amateurtheater | Die Arbeit mit Amateur:innen und Schauspielanfänger:innen wird als eigenständige künstlerische Praxis ernst genommen und professionell begleitet. |
Dozierendenprofil
| Bereich | Schwerpunkte |
|---|---|
| Regie | Szenische Entwicklung, Probenstruktur, Kommunikation und Umsetzung einer künstlerischen Vision |
| Dramaturgie | Stoffanalyse, Struktur, Figuren- und Szenenarbeit |
| Schauspielgrundlagen | Grundlagen des Spiels, Präsenz, Zusammenarbeit und Entwicklung von Rollen |
| Theatertheorie | Vermittlung von Kontext, Analyse und theaterpraktischem Wissen |
| Ensemblearbeit | Kommunikation, klare Absprachen und gemeinsames Arbeiten an einem Projekt |
| Theater mit Amateur:innen | Zugang zu Spielanfänger:innen, große Gruppen, unterschiedliche Vorerfahrungen und professionelle Produktionsbedingungen |
