Dozierende

Dozierende an der Athanor Akademie

Regisseurin, Dramaturgin, Theaterpädagogin, Dozentin
Judith Kuhnert
Judith Kuhnert




Persönlichen Details


Name
Judith Kuhnert
Berufsbezeichnungen
Regisseurin, Dramaturgin, Theaterpädagogin, Dozentin
Ausbildungsinstitution
Athanor Akademie für Darstellende Kunst, Burghausen
Jahrgang
2009
Ausbildungsreferenz
Theater- und Filmregie; Ausbildung bei Prof. Dr. Dr. David Esrig
Wirkungsraum
Süddeutscher Raum sowie Darmstadt, Paderborn, Münster, Coburg, Detmold, Osnabrück, Esslingen
Hauptarbeitsfelder
Schauspielregie | Dramaturgie | Theatertheorie | Schauspielgrundlagen


In das Geschichten erzählen und Gedankenwelten teilen wurde Judith Kuhnert hineingeboren, Bücher und Bühnen waren Teil ihrer Kindheit, die Waldorfschule brachte eine tiefe künstlerische Grundausbildung. Der Jugendclub des ulmer Theaters entfesselte Spielwut, am städtischen Kindertheater spielte sie erste Figuren, Hospitanzen und Assistenzen in verschiedenen Städten folgten.
Besonders prägend war eine ihrer ersten Regieassistenzen mit 16 Jahren, ein Großprojekt auf einem alten Industriegelände mit Schauspielern, Statisten, Vereinen und Menschen der Stadt, die es zu koordinieren galt und wo sich ihr die Dringlichkeit von klarer Kommunikation einbrannte.
Viele Festivalmitarbeiten, Assitenzen, Reiseleitungen, Brotjobs und Vorsprechrunden später fand sie sich auf der längsten Burg Europas gegenüber einem hochinteressanten, ungalublich inspirierendem, kleinen alten Herrn wieder, der ihr versprach, ihr endlich beizubringen, mit Messer und Gabel umzugehen, um dem inneren kreativen Wust Herr zu werden um ihn in mundgerechten Häppchen servieren zu können Vier intesive Jahre auf der Athanor Akademie zu Burghausen folgten, Struktur, Analysetechnikern, Schauspielführung, Dramaturgische Expertise verfestigten sich und es klappte: Abschluss in Theater – und Filmregie 2009 als erste Frau unter Herrn Prof. Dr. Dr. David Esrig immerhin!
Die Entscheidung, an welchem Haus im Rhein-Main gebiet sie in Festanastellung assistieren wollte, hing von den versprochenen eigenen Inszenierungen ab. Von 2010 – 2013 lernte Judith Kuhnert das flächenmäßig größte Dreispartenhaus Europas mit 600 Mitarbeitern als der Knotenpunkt Regieassistenz im Schauspiel zu bedienen. Große Produktionen, viele Beteiligte, viel Druck, wenig Zeit – Sie assistierte dort vornehmlich älteren Herren wie Herrmann Schein oder Peter Hailer.
Mit Kollegen aus verschiedenen Gewerken entwickelte sie das bis heute bestehende Format „Late night surpries“ eine spartenübergreifende Trash-Theater-Reihe mit anschließender Elektroparty. Die eigenen Inszenierungen am Haus wuchsen, gekrönt durch Lutz Hübners Komödie „Frau Müller muss weg“, die über vier Spielzeiten für ausverkauftes Haus sorgte und zu Inzenierungs - Verträgen an anderen Theatern führte.
Es folgten Jahre auf Reisen mit bis zu vier Inszenierungen pro Spielzeit, dank dem Schauspieldirektor Oliver Brunner in Darmstadt am „Mutterschiff“ begann die langjährige Zusammenarbeit mit der Hessischen Spielgemeinschaft, einem Laienspielverein der unter professionellen Bedingungen Inszenierungen in Mundart zeigt. Hier hatte Judith die Möglichkeit, mit einem vielköpfigen Team und großen Budgets auf der Terasse des Theaters Fleichlicht-Spektakel zu inszenieren, in der Zusammenarbeit mit dem Musikerpaar Silvia und Timo Willecke Singspiele zu entwickeln und durch die guten Ideen und weitsichtige Lenkung von Brunner ein
eigenes, sehr großes Zielpublikum anzuziehen.
Da die Arbeit mit Amateuren und Schauspielanfängern Judith liegen, baute sie ihr Netzwerk in diese Richtung auf, begann nach der Elternzeit mit der zweiten Tochter an der Akademie für darstellende Kunst in Ulm als Dozentin für Theatertheorie, Schauspielgrundlagen und Regie. Mit mittlerweile schulpflichtigen Töchtern arbeitet Judith derzeit schwerpunktmäßig im süddeutschen Raum mit Inszenierungen z.B. am Theater Kempten und Projekten im
Amateuertheater Bereich.

Verbindung zur Athanor Akademie

Judith Kuhnert ist Absolventin der Athanor Akademie und verbindet ihre dort erworbenen Kenntnisse mit langjähriger Praxis in Regie, Dramaturgie, Schauspielführung und Theatervermittlung.
• Vierjähriges Studium der Theater- und Filmregie an der Athanor Akademie in Burghausen
• Abschluss 2009 als erste Frau unter Prof. Dr. Dr. David Esrig
• Vertiefung von Struktur, Analysetechniken, Schauspielführung und dramaturgischem Denken
• Übertragung der Athanor-Ausbildung in die Arbeit an großen Stadt- und Dreispartenhäusern
• Verbindung von künstlerischer Vision, klarer Kommunikation und belastbaren Probenstrukturen
• Langjährige Erfahrung in der Arbeit mit professionellen Ensembles, Amateur:innen und Schauspielanfänger:innen
• Weitergabe ihrer Regie- und Theatererfahrung in Lehre, Theatertheorie und Schauspielgrundlagen

Berufliche Erfolge

Jahr / Zeitraum Meilenstein
Frühe Jahre Künstlerische Grundausbildung an der Waldorfschule; erste Theatererfahrungen im Jugendclub und am Kindertheater des Ulmer Theaters
Jugendzeit Frühe Regieassistenz bei einem Großprojekt auf einem Industriegelände mit Schauspieler:innen, Statist:innen, Vereinen und Stadtbevölkerung
2005–2009 Studium der Theater- und Filmregie an der Athanor Akademie für Darstellende Kunst, Burghausen
2009 Abschluss in Theater- und Filmregie an der Athanor Akademie
2010–2013 Regieassistenz und eigene Inszenierungen am Staatstheater Darmstadt
ab 2010 Entwicklung des spartenübergreifenden Formats „Late Night Surprises“ mit anschließender Partyreihe
2010er Eigene Regiearbeiten an verschiedenen Stadt-, Landes- und Freien Theatern
2010er Beginn und Ausbau der Zusammenarbeit mit der Hessischen Spielgemeinschaft in Darmstadt
2010er Inszenierungen an Theatern in Paderborn, Münster, Coburg, Detmold, Osnabrück, Esslingen und weiteren Städten
Nach der Elternzeit Lehrtätigkeit an der Akademie für darstellende Kunst Ulm für Theatertheorie, Schauspielgrundlagen und Regie
Gegenwart Inszenierungen am Theater Kempten sowie Projekte im Amateurtheaterbereich im süddeutschen Raum

Regiearbeiten & Inszenierungen

Jahr / Zeitraum Produktion Ort / Institution Funktion
2026 MIA von Nick Wood Theater in Kempten Inszenierung
2026 Sindbad der Seefahrer Verein für Zirkuskünste Ulm / Altes Theater Ulm Inszenierung
2025 Wouldn’t You Like to Be on Broadway Theater in Kempten Inszenierung
2025 Der fröhliche Weinberg von Carl Zuckmayer Dramatischer Verein Biberach / Stadttheater Inszenierung
2025 Genannt Gospodin von Philipp Löhle Akademie für darstellende Kunst Ulm im Roxy Inszenierung und Dramaturgie
2025 Pinocchio Verein für Zirkuskünste Ulm / Altes Theater Ulm Inszenierung, Hörspiel, Dramaturgie, Text und Beleuchtung
2024 Der Fuchs oder einfach Volpone von Stefan Zweig Staatstheater Darmstadt / Hessische Spielgemeinschaft Inszenierung
2024 Der Zauberer von Oz Verein für Zirkuskünste Ulm / Altes Theater Ulm Inszenierung, Dramaturgie, Text und Beleuchtung
2023 Wir lieben uns, wissen nichts von Moritz Rinke Staatstheater Darmstadt / Ensemble Inszenierung
2023 Love Is – Musical von Joe Krauss und Girard Rhoden Akademie für darstellende Kunst Ulm Produktionsleitung und Übernahme der Regie
2022 Arsen und Spitzenhäubchen Staatstheater Darmstadt / Hessische Spielgemeinschaft Inszenierung
2022 In 80 Tagen um die Welt Verein für Zirkuskünste Ulm Inszenierung, Text, Dramaturgie und Beleuchtung
2021 Der fröhliche Weinberg von Carl Zuckmayer Staatstheater Darmstadt / Hessische Spielgemeinschaft Inszenierung
2021 Der gestiefelte Kater von T. Freyer Landestheater Detmold Inszenierung
2021 Geschichten aus dem Wiener Wald von Ödön von Horváth Theater Hof Inszenierung
2021 Pension Schöller Staatstheater Darmstadt / Hessische Spielgemeinschaft Inszenierung
2021 Präsentation Seniorenspielclub / Corona-Beschäftigung Württembergische Landesbühne Esslingen Inszenierung
2018 Vom Fischer und seiner Frau Theater Osnabrück / Spieltriebe 6 Inszenierung
2017 Klassenkämpfe von Ruth Benrath Landestheater Coburg Inszenierung
2016 Nora oder ein Puppenhaus von Henrik Ibsen Westfälische Kammerspiele Paderborn Inszenierung
2015 Die 39 Stufen nach Alfred Hitchcock Burgfestspiele Bad Vilbel Inszenierung
2015 Die Wunderübung von Daniel Glattauer Wolfgang Borchert Theater Münster Inszenierung
2014 Endstation Sehnsucht von Tennessee Williams Westfälische Kammerspiele Paderborn Inszenierung
2013 Frau Müller muss weg von Lutz Hübner Westfälische Kammerspiele Paderborn Inszenierung
2009 Nach dem Regen von Sergi Belbel Athanor Akademie Abschlussinszenierung

Lehre & Theaterpädagogik

Zeitraum Institution / Zielgruppe Lehr- und Arbeitsbereiche
Nach der Elternzeit Akademie für darstellende Kunst Ulm Theatertheorie, Schauspielgrundlagen und Regie
Laufend Amateurtheater und Schauspielanfänger:innen Regie, Schauspielführung, Ensemblearbeit und Entwicklung von Spielmaterial
Laufend Hessische Spielgemeinschaft Inszenierung mit großen Ensembles, Mundarttheater und Arbeit unter professionellen Produktionsbedingungen
Gegenwart Projekte im süddeutschen Raum Regie, Dramaturgie, Theatervermittlung und Arbeit mit unterschiedlichen Spielniveaus

Regieassistenzen, Hospitanzen & weitere Theaterpraxis

Zeitraum / Jahr Institution / Produktion Funktion
2005–2010 Hospitanzen und Assistenzen an verschiedenen Theaterhäusern Regie-, Bühnenbild- und Ausstattungshospitanz bzw. Assistenz
2005–2010 La Bohème, La Monnaie / De Munt, Brüssel Regiehospitanz
2005–2010 Fette Männer im Rock, Theater Bremen Regiehospitanz
2005–2010 Jugend ohne Gott, Theater Bonn Bühnenbildassistenz
2005–2010 Das kleine Gespenst, Altes Theater Ulm Schauspiel
2005–2010 Die kleine Hexe, Altes Theater Ulm Schauspiel als Rabe Abraxas
2005–2010 Momo, Staatstheater Stuttgart Ausstattungshospitanz
2005–2010 Ein Sommernachtstraum, Akademie für darstellende Kunst Ulm Regieassistenz
2005–2010 Der Bus, Landestheater Salzburg Regieassistenz
2005–2010 4:48, Athanor Theater Regieassistenz
2005–2010 The Turn of the Screw, Staatstheater Darmstadt Regieassistenz im Opernbereich
2002–2005 Produktionsassistenzen im Tanztheater Dock 11 Studios, Berlin

Künstlerischer und pädagogischer Ansatz

Prinzip Bedeutung für die Arbeit
Struktur Regie braucht einen klaren Rahmen, um effektiv zu proben, Überforderung zu vermeiden und kreative Prozesse zu ermöglichen.
Kommunikation Klare und offene Kommunikation mit Team und Spieler:innen bildet die Grundlage für die Umsetzung einer künstlerischen Vision.
Prozessvertrauen Vertrauen in den Probenprozess, in die eigene Perspektive und in die Entwicklung der Spieler:innen entsteht durch Erfahrung und bewusste Reflexion.
Schauspielführung Regie bedeutet, Spieler:innen in ihrer Entwicklung zu begleiten und ihre individuellen Stärken sichtbar zu machen.
Dramaturgisches Denken Analyse und Dramaturgie helfen dabei, Stoffe zu strukturieren und in spielbare, verständliche Formen zu überführen.
Nachhaltiges Arbeiten Eine realistische Planung schützt vor zu frühen Krisen, Überforderung und dem Verlust der eigenen künstlerischen Stimme.
Amateurtheater Die Arbeit mit Amateur:innen und Schauspielanfänger:innen wird als eigenständige künstlerische Praxis ernst genommen und professionell begleitet.

Dozierendenprofil

Bereich Schwerpunkte
Regie Szenische Entwicklung, Probenstruktur, Kommunikation und Umsetzung einer künstlerischen Vision
Dramaturgie Stoffanalyse, Struktur, Figuren- und Szenenarbeit
Schauspielgrundlagen Grundlagen des Spiels, Präsenz, Zusammenarbeit und Entwicklung von Rollen
Theatertheorie Vermittlung von Kontext, Analyse und theaterpraktischem Wissen
Ensemblearbeit Kommunikation, klare Absprachen und gemeinsames Arbeiten an einem Projekt
Theater mit Amateur:innen Zugang zu Spielanfänger:innen, große Gruppen, unterschiedliche Vorerfahrungen und professionelle Produktionsbedingungen

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