Michèle LaBelle

Dozierende an der Athanor Akademie

Bühnenkampf / szenische Intimität / Intimitätskoordination
Michèle LaBelle

Persönlichen Details


Name
Michèle LaBelle
Berufsbezeichnung
Schauspielerin, Action Actress, Kampfchoreografin, zertifizierte Intimitätskoordinatorin, Maschinistin, Aerial Operator, Automation Technician
Primäre Lehrinstanz / Hauptinstitution
Athanor Akademie für Darstellende Kunst Passau
Ausbildungsreferenz
Schauspielstudium an der Athanor Akademie für Darstellende Kunst; internationale Aus- und Weiterbildungen in Bühnenkampf, Fight Choreography, Stunt Performance und Intimacy Coordination
Wirkungsraum
Europaweit
Alumnistatus
Alumna der Athanor Akademie


Michèle LaBelle verbindet in ihrer Arbeit künstlerische und technische Disziplinen, die nur selten in einer beruflichen Laufbahn zusammenfinden. Als Schauspielerin ausgebildet, entwickelte sie ihren Weg konsequent über die Grenzen einzelner Gewerke hinaus: vor der Kamera und auf der Bühne ebenso wie in Kampfchoreografie und Intimitätskoordination, als Maschinistin am Schnürboden, als Aerial Operator und Automation Technician.

Eine wesentliche Grundlage ihrer künstlerischen Arbeit bildet die Schauspielmethodik ihres Lehrers David Esrig. Sein Verständnis von Figurenentwicklung, Motivation und körperlichem Erzählen prägt ihre Arbeit bis heute und findet insbesondere Eingang in die Entwicklung ihrer Kampfchoreografien. Kampf versteht LaBelle nicht als eine vom Schauspiel losgelöste Abfolge von Techniken, sondern als körperliche Fortsetzung von Figur, Beziehung, Konflikt und dramaturgischer Handlung.
Ihre berufliche Laufbahn führt sie europaweit zu Film-, Theater-, Opern-, Tanz- und internationalen Showproduktionen.
Zu ihren Stationen zählen die Salzburger Festspiele, die Bregenzer Festspiele, die Hamburgische Staatsoper, die Wiener Staatsoper, Bayerische Staatsoper, etc.

Als Aerial Operator arbeitete sie für Harry Potter und das verwunschene Kind in Hamburg sowie für Disneys Tarzan in Stuttgart, wo sie eng mit dem international renommierten Aerial Designer und Choreografen Pichón Baldinu zusammenarbeitete. Ab September 2026 setzt sie ihre technische Laufbahn als Automation Technician bei Cirque du Soleil fort.

Eine besondere Station sind für sie die Salzburger Festspiele.
Michèle LaBelle war dort die erste Frau am Schnürboden und ist mittlerweile dort als Vorarbeiterin tätig. In den vergangenen Jahren arbeitete sie dort unter anderem an Produktionen von Martin Kušej, Robert Carsen und Barrie Kosky sowie mit Cecilia Bartoli. Zu ihren Produktionen dort zählen "Le nozze di Figaro", "La clemenza di Tito", das mehrfach mit OPER! Awards ausgezeichnete "Hotel Metamorphosis" sowie 2026 "Il viaggio a Reims".

Auch die Arbeit des international renommierten Choreografen Damien Jalet begleitet ihre technische Laufbahn über mehrere Jahre hinweg. Mit "Omphalos" und "Skid" betreute sie zwei seiner Produktionen. Für die Übernahme von Skid reiste LaBelle an die GöteborgsOperan, um die Produktion vor Ort technisch kennenzulernen und ihren Transfer auf die Darmstädter Bühne vorzubereiten, wo sie das Stück anschließend betreute.
2026 arbeitete sie bei den Osterfestspielen Salzburg mit Planet [wanderer] erneut an einer Arbeit Jalets.
Die Zusammenarbeit mit dem japanischen Künstler Kohei Nawa wurde dort im Haus für Mozart als österreichische Erstaufführung gezeigt.

Weitere Arbeiten umfassen Frank Castorfs "Boris Godunow" an der Hamburgischen Staatsoper und Philipp Stölzls "Der Freischütz" auf der Seebühne der Bregenzer Festspiele 2024 und 2025.
In der Hamburger Neuinszenierung von "Il trovatore" wechselte LaBelle selbst ins Bühnengeschehen und performte einen Live-Feuerstunt.

Parallel arbeitet sie für Filmproduktionen als Schauspielerin, Fight Choreographer und Intimacy Coordinator und realisiert eigene Arbeiten auch in Regie und Kamera/DoP. Damit kennt sie künstlerische Produktionsprozesse aus unterschiedlichen Gewerken und aus wechselnden Perspektiven vor und hinter der Kamera.

An der Athanor Akademie unterrichtet Michèle LaBelle Bühnenkampf, Szenische Intimität und Schauspiel.
Ihre unterschiedlichen Arbeitsfelder fließen unmittelbar in ihre Lehre ein: die Figuren- und Rollenarbeit der Schauspielerin, das dramaturgische und körperliche Denken der Kampfchoreografin, sowie Präzision und Verantwortungsbewusstsein aus ihrer technischen Arbeit.

Darüber hinaus gehört sie zum Dozierendenteam der Weiterbildung zum Intimacy Coordinator am Culture Change Hub Berlin. Dort bringt sie insbesondere ihre Expertise an der Schnittstelle von, Bühnenkampf, Kampfchoreografie, Schauspiel und Intimitätskoordination in die Weiterbildung zukünftiger Intimitätskoordinator:innen ein.

Im Zentrum ihrer Arbeit mit Darstellenden steht ein zustimmungsbasierter professioneller Arbeitsprozess, der die individuellen und professionellen Grenzen aller Beteiligten respektiert.
Vertrauen ist für LaBelle dabei nichts, was vorausgesetzt werden kann: Es entsteht durch Kommunikation, Austausch, klare Absprachen und Verlässlichkeit. Gerade bei körperlich oder emotional anspruchsvollen Szenen schafft diese Klarheit einen Rahmen, innerhalb dessen Darstellende offen, präzise und künstlerisch frei arbeiten können.

Professionelle Grenzen versteht sie dabei nicht als Einschränkung künstlerischer Möglichkeiten, sondern als eine ihrer Voraussetzungen.

Ziel ihrer Lehre ist es, Darstellenden Werkzeuge an die Hand zu geben, mit denen sie Verantwortung für die eigenen Grenzen übernehmen, die ihrer Spielpartner:innen respektieren und zugleich mutig in die gemeinsame künstlerische Arbeit gehen können. Künstlerische Wahrhaftigkeit, handwerkliche Präzision, Zustimmung, Kommunikation und gegenseitiges Vertrauen bilden dabei die Grundlage ihrer Arbeit.
Kontakt zu
Michèle LaBelle
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Verbindung zur Athanor Akademie

Michèle LaBelle absolvierte ihre professionelle Ausbildung an der Athanor Akademie und repräsentiert die praxisnahe, interdisziplinäre Ausrichtung der Institution im In- und Ausland.

  • Vierjähriges, erfolgreiches Schauspielstudium an der Athanor Akademie (Abschlussjahrgang 2011)
  • Hauptrollen in zentralen Akademie-Produktionen wie „Hamlet ist tot – keine Schwerkraft“, „Salomé“ und „Seiltanz zwischen Tot und Liebe“
  • Vorbildliche Weiterführung des an der Akademie gelehrten physischen Theateransatzes hin zu einer professionellen Stunt- und Action-Karriere
  • Verbindung von theatraler Ausbildung mit zeitgenössischen Kernkompetenzen der Branche wie der zertifizierten Intimitätskoordination

Berufliche Erfolge

Jahr Milestone / Zertifizierung Institution / Ort
2007–2011 Erfolgreiches Schauspielstudium (Diplom) Athanor Akademie
2016–2017 Warrior Masterclass (Phase I & Phase II – Battle) British Action Academy, London
2018 Stunt Rigging and Aerial Acrobatics European Stunt School, Kopenhagen
2020 Ausbilderschein nach AEVO & Industriekletterer FISAT Level 1 Deutschland
2021 Stunt Masterclass & Tactical Combat Training Stuntrigging Dragons / Stunt Factory, Berlin
2025 Zertifizierte Weiterbildung zur Intimitätskoordinatorin Zertifizierungsstelle
2025 Certified Ocean Therapy & Journal Therapy Practitioner Zertifizierungsstelle

Theaterproduktionen

Jahr / Zeitraum Produktion Rolle / Funktion Regie / Theater
2011 Hamlet ist tot – keine Schwerkraft Dani (HR) Stefan C. Limbrunner / Athanor Theater
2011 Salomé Salomé (HR) Victor Schumacher / Athanor Theater
2011 Seiltanz zwischen Tot und Liebe Gefängniswärterin (HR) Hunór Horvath / Athanor Theater
2012 Acheza Baumgeist (NR) Martin Winklbauer / Waldbühne Halsbach
2014 Der störrische Esel Maria (HR) Martin Winklbauer / Waldbühne Halsbach
2014–2020 Guillaume Tell Das wilde Kind (NR) Antú Romero Nunes / Bayerische Staatsoper
2015 Filmtrip#003 Empfangsdame (NR) Matthias Hannus / BieBieOne München
2015–2020 Das Rheingold / Siegfried / Walküre Der Rhein / Drache / Soldatin (NR) Andreas Kriegenburg / Bayerische Staatsoper
2017 Und Trompeten preisen den Totschlag Marketenderin (HR) Lars Altemann / Pepper Theater München
2018–2019 Der fröhliche Weinberg Regieassistenz & Wiederaufnahmeleitung Judith Kuhnert / Staatstheater Darmstadt
2019 Die Geisterbahn, Frau Ströll und die Mietpreußen Hauptrolle (HR) Toninho Dingl / Freie Produktion
2004–2022 Das schwarze Jahr Soldatin zu Pferd (NR) Martin Winklbauer / Waldbühne Halsbach
2022 Arsen und Spitzenhäubchen O´Hara (NR) Judith Kuhnert / Staatstheater Darmstadt

Filmographie (Auswahl)

Jahr Produktion Rolle Regie
2014 Renn, wenn du kannst Hauptrolle (HR) Victor Joe Zametzer
2015 Fahrerflucht Hauptrolle (HR) Achim Bieler
2016 Corsa Arabica Hauptrolle (HR) Rebekka Blank (Nominiert für den Sophie-Opel-Preis)
2016 Smokey Hauptrolle (HR) Thomas Prasse
2017 Mittelalterlicher Kampf Hauptrolle (HR) Thomas Prasse
2018 TV – Philosophie Hauptrolle (HR) Achim Bieler
2019 Am Anfang War die Sünde Hauptrolle (HR) Luca-Emilia Dingl
2020 Bitteres Erbe Hauptrolle (HR) Wilhelm Engelhardt
2020 Polizeikontrolle Hauptrolle (HR) Holger Borggrefe

Lesungen & Hörmedien

Jahr Titel Rolle / Funktion Regie / Produktion
N/A Das Zimmer (Hörbuch) Die Freundin (HR) Linnea Moro / Prod.: Svende Bielefeld
2014 Pettersson und Findus – Pettersson zeltet (Lesung) Erzählerin (HR) Michèle LaBelle / Stadtbücherei Altötting
2015 Pippi Langstrumpf / Das Märchen von Beeile dem Barden Erzählerin (HR) Michèle LaBelle / Stadtbücherei Altötting
2015 Pettersson und Findus (Diverse Titel) Erzählerin (HR) Michèle LaBelle / Stadtbücherei Altötting
2015 Blüh!Rose!Blüh! (Lesung) Erzählerin (HR) Linnea Moro
2016 Die dumme Augustine / Peter Pan (Lesung) Erzählerin / Alle Rollen Michèle LaBelle / Stadtbücherei Altötting
2016 Dornenblüte (Lesung) Erzählerin (HR) Linnea Moro / Prod.: Svende Bielefeld

Auszeichnungen & Preise

Jahr Auszeichnung / Preis Projekt / Hintergrund Ort / Verleiher
2016 Nominierung Sophie-Opel-Preis Kinofilm / Kurzfilm „Corsa Arabica“ (Hauptrolle) Deutschland
2017 Gewinnerin des Wortschau 2 Festivals Theaterproduktion „Und Trompeten preisen den Totschlag“ München